Trotz seines schlechten Rufs ist der Fliegenpilz bei Erwachsenen selten tödlich — aber eine Vergiftung ist unangenehm und sollte ernst genommen werden. Hier ist was du über Symptome, Risikofaktoren und Erste Hilfe wissen musst.
Die Wirkstoffe und ihre Toxizität
Der Fliegenpilz enthält hauptsächlich Ibotensäure und Muscimol. Ibotensäure ist neurotoxisch (NMDA-Agonist) und verantwortlich für unangenehme Vergiftungssymptome. Muscimol dagegen ist deutlich weniger toxisch und verantwortlich für die psychoaktive Wirkung.
Bei Trocknung wird Ibotensäure durch Decarboxylierung in Muscimol umgewandelt — getrocknete Pilze sind daher deutlich verträglicher als frische.
Typische Vergiftungssymptome
Symptome treten meist nach 30–90 Minuten auf:
- Übelkeit und Erbrechen (besonders bei rohem/unzureichend getrocknetem Pilz)
- Schwindel und Koordinationsprobleme
- Übermäßiger Speichelfluss
- Starkes Schwitzen
- Verwirrung und Desorientiertheit
- In schweren Fällen: Halluzinationen, Krämpfe, Bewusstlosigkeit
Risikogruppen
Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Lebererkrankungen. Für gesunde Erwachsene ist eine Vergiftung durch den Fliegenpilz selten lebensbedrohlich — aber nie harmlos.
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?
- Sofort Giftnotruf anrufen: Deutschland 030 19240 (Berlin) oder 0761 19240 (Freiburg)
- Pilzrest aufbewahren für die Identifikation
- Kein Erbrechen erzwingen ohne ärztliche Anweisung
- Symptome überwachen und bei Verschlechterung sofort Notarzt rufen