Warum Fliegenpilz-Tee oft keine Kopfschmerzen macht – Pulver aber schon

Viele Menschen berichten, dass sie Fliegenpilz als Tee deutlich besser vertragen als in Form von reinem Pulver. Der häufigste Unterschied zeigt sich dabei in Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder einem unangenehmen Druckgefühl im Kopf. Der Hintergrund dafür liegt vor allem in der enthaltenen Ibotensäure und ihrer Wirkung im Nervensystem. Wie der Aufguss zubereitet wird, steht unter Fliegenpilz Tee: Rezept und Zubereitung.

Ibotensäure: Der Auslöser für Kopfschmerzen

Ibotensäure verhält sich im Körper ähnlich wie der erregende Neurotransmitter Glutamat und kann die neuronale Aktivität erhöhen. Dass daraus die berichteten Kopfschmerzen entstehen, ist eine plausible Erklärung, aber keine belegte: Untersuchungen, die den Zusammenhang beim Menschen geprüft hätten, gibt es nicht. Was sich belegen lässt, ist die Häufigkeit der Beschwerde — in einer Auswertung von rund 5.600 Nutzerkommentaren gehörten Kopfschmerzen zu den am häufigsten genannten unerwünschten Wirkungen. Zur Chemie beider Stoffe: Muscimol: Der Wirkstoff des Fliegenpilzes.

Warum Pulver stärker belastet

Bei der Einnahme von Pulver bleibt die Ibotensäure weitgehend in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Sie wird direkt aufgenommen und wirkt entsprechend stärker auf dieses aktivierende System. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit für genau diese unangenehmen Begleiterscheinungen.

Der Vorteil der Tee-Zubereitung

Beim Aufguss wandelt Hitze einen Teil der Ibotensäure in Muscimol um — je nach Temperatur und Ziehzeit unterschiedlich viel, und nie vollständig. Nicht zutreffend ist dagegen die verbreitete Annahme, die Ibotensäure bleibe im Pilzmaterial zurück: Messungen zeigen, dass beim Einweichen und Kochen beide Stoffe weitgehend ins Wasser übergehen. Der Unterschied zwischen Tee und Pulver liegt also eher in der teilweisen Umwandlung und in der Aufnahme als Flüssigkeit — nicht in einem Herausfiltern.

Fazit

Der Unterschied zwischen Pulver und Tee liegt also weniger in der Pflanze selbst, sondern in der Art der Zubereitung und wie stark die Ibotensäure noch aktiv ist, wenn sie im Körper ankommt.

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